Mit einem Wallet können Bitcoins aufbewahrt, empfangen und verschickt werden. Das Wallet ist also das zentrale Werkzeug für den Umgang mit Bitcoins und anderen Kryptowährungen.

Um traditionelles Geld aufzubewahren gibt es viele Möglichkeiten wie Banken, Geldbörsen oder unter dem Kopfkissen – analog dazu gibt es unterschiedliche Wallets für die Aufbewahrung und Verwendung von Bitcoins.

Grundsätzlich ist der Aufbau eines Wallets einem Bankkonto mit Geldbetrag und Kontonummer sehr ähnlich. Ein Wallet besitzt einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel. Der Public Key ist die Wallet-Adresse, an die andere Bitcoins senden können. Der Privat Key ist nötig, um die in Besitz befindlichen Bitcoins versenden zu können. Wer also in Besitz des Privat Key ist, ist auch in Besitz der Bitcoin-Menge, die unter diesem Schlüssel gespeichert ist.

Tatsächlich verwaltet ein Wallet nur den Privat Key. Der Public Key für eine signierte Transaktion wird mit der zugrundeliegenden Software erstellt. Inzwischen gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Wallets, die überdies noch Zusatzfunktionen wie eine Börsenanbindung etc. bieten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:

  • Desktop-Wallet
  • Mobile-Wallet
  • Online-Wallet
  • Hardware-Wallet
  • Paper-Wallet

Ferner gibt es noch verschiedene Hybride, die die Funktionen und Hilfswerkzeuge unterschiedlicher Wallets kombinieren.

Wallets werden über einen vorgegebenen  Key (eine Zeichenabfolge) oder eine vorgegebene „Mnemonic Phrase“ (eine Passphrase) abgesichert.

Beispiel für einen Key: 1XXXa2b3c4d5e6f7g8

Beispiel für eine Mnemonic Phrase: inspire october ten crop warfare wink game regular alley mimic anchor extra

Generell hat jede Wallet ihre Vor- und Nachteile. Wichtig ist, sich frühzeitig darüber Gedanken zu machen. Dafür hier die gängigsten Varianten im Vergleich:

So funktioniert ein Desktop-Wallet

Ein Desktop-Wallet ist eine Software, die auf dem Computer installiert wird. Es gibt Wallets für Windows, Mac OS X und Linux. Die Software ist gratis und nach der Installation sofort einsatzfähig. Gängige Anbieter sind MultiBit, Hive oder Armory.

Neben der Weiterleitung von Transaktionen im Netzwerk kann die Software eine Bitcoin-Adresse generieren, um Bitcoin-Guthaben zu empfangen und zu versenden sowie um die dazugehörigen Keys aufzubewahren.

Ganz wichtig: Bei Verlust oder Defekt des Rechners sind die Bitcoins unwiderruflich verloren – deshalb ist es sehr ratsam, immer ein Backup auf einem externen Datenspeicher zu erstellen.

So funktioniert ein Mobile-Wallet

Für das Bezahlen mit Bitcoins unterwegs ist ein Mobile-Wallet sehr praktisch. Mobile-Wallets können aus dem jeweiligen App-Store heruntergeladen und auf dem Handy installiert werden. Ein Mobile-Wallet verwahrt die privaten Schlüssel direkt auf dem mobilen Endgerät – Bitcoins können an Ort und Stelle empfangen oder versendet werden. Manche mobilen Wallets unterstützen sogar die Near-Field-Communication Technologie (NFC). Mit dieser Technologie muss das Smartphone lediglich an das Bezahl-Terminal gehalten werden, es bedarf keines gescannten QR-Codes oder einer Bitcoin-Adresse.

Eine Eigenschaft haben alle mobilen Geldbörsen gemein: Da die gesamte Blockchain mittlerweile über 100 Gigabyte groß ist, benutzen die Apps die Simplified Payment Verification (SPV), die lediglich einen kleinen Teil der Blockchain herunterlädt. Dieser Teil ist für eine sichere Transaktion ausreichend.

Mobile-Wallet-Anbieter sind z.B. Jaxx, Bread Wallet, Bitcoin Wallet oder Blockchain. Alle diese Apps verwahren die Privat Keys verschlüsselt auf dem mobilen Gerät auf und erstellen automatisch eine webbasierte Sicherheitskopie.

So funktioniert die Online-Wallet

Bei einer Online-Wallet fällt die Installation weg. Nach erfolgter Registrierung bei einem der vielen Anbietern ist man sofort über den Webbrowser handlungsfähig. Sicherungskopien sind ebenfalls nicht notwendig, da sich der Anbieter darum kümmert. Aber genau hier liegt der große Nachteil: Man muss dem Wallet-Anbieter vertrauen, dass seine Sicherheitsstandards so hoch sind, dass die Daten vor Hacker-Angriffen 100% geschützt sind. Denn gerade Online-Wallets sind ein lohnendes Ziel für Angriffe – ist hier die Menge an gelagerten Bitcoins doch erheblich.

Ein Vorteil ist die ständige Verfügbarkeit, da es nur eines Internetzugangs und eines Endgerätes bedarf. Die bekanntesten Anbieter sind Blockchain, Circle und BTC-Echo. Ein weiterer Vorteil ist, dass Online-Wallets oft viele verschiedene Funktionen miteinander vereinen. Zwei Beispiele:

Die Plattform „MyEtherWallet“ bietet neben dem Erwerben, Aufbewahren, Senden und Empfangen von Coins noch Funktionen wie das Tauschen in verschiedene Kryptowährungen oder das Erstellen von Smart Contracts an. Zusätzlich können hier der Privat Key heruntergeladen oder als Paper-Wallet ausgegeben werden. Und auch Offline-Transaktionen sind möglich.

Bitalo“ ist mit ihrer Multi-Signatur-Wallet eines der sichersten Wallets überhaupt. Hier werden zwei Schlüssel benötigt, um auf Bitcoin zugreifen zu können. Dies funktioniert so:  In die Wallet kann jeder einzahlen, aber um eine Auszahlung zu tätigen, benötigt man 2 Schlüssel. Den einen Schlüssel hat der Kunde selbst und ist nur ihm bekannt. Den anderen Schlüssel hat Bitalo und auch dieser ist nur dem Unternehmen bekannt. Das bedeutet also, selbst wenn der private Schlüssel von Hackern gestohlen wird, haben diese keinen Zugriff auf die Bitcoins im Bitalo-Wallet.

So funktioniert die Hardware-Wallet

Hardware-Wallets sind sichere Offline-Geräte wie spezielle USB-Sticks. Sie speichern die privaten Schlüssel offline, diese können daher nicht gehackt werden. Lediglich der Inhaber des Gerätes hat Zugriff auf die privaten Keys in der Wallet – ohne Gerät also auch keine Bitcoins.

Hardware-Wallets bieten sich vor allem für die Verwahrung von größeren Beträgen an, da die Hardware zusätzlich in einem Safe oder einem Schließfach gesichert werden kann.

Die Anschaffung ist nicht kostenlos und die Geräte sind nach wie vor sehr limitiert. Am weitesten verbreitet sind die Geräte von Ledger, Trezor und KeepKey. Auf den meisten Geräten können auch Coins unterschiedlicher Währung gespeichert werden.

Die Anwendung ist rechts einfach:

  • Das Gerät wird an den Computer angesteckt.
  • Nun geht man auf die mitgelieferte Webadresse. Über diese Website wird die Wallet auf dem Gerät eingerichtet.
  • Danach bittet das Wallet um eine PIN-Eingabe, die mit den Tasten eingegeben wird. Die Gesamt-PIN wird durch Bestätigung gespeichert.
  • Ist die PIN bestätigt, gibt das Gerät die Mnemonic Phrase aus. Diese sollten auf Papier aufgeschrieben und sicher verwahrt werden. Nun ist das Gerät eingerichtet.
  • Zusätzlich zum gekauften Gerät muss eine App heruntergeladen und installiert werden. Diese App wird für die Transaktionen gebraucht.
  • Um Bitcoins zu senden oder empfangen, einfach die App öffnen und das Gerät mit dem Computer verbinden. Das Wallet ist nun über einen gemeinsamen Tastendruck beider Gerätetasten zu öffnen und danach über diese navigier- und steuerbar. Jetzt können Bitcoins empfangen oder gesendet werden.

So funktioniert die Paper-Wallet

Eine Paper-Wallet ist ein physisches Dokument, das den privaten und öffentlichen Key enthält. Anbieter für Paper-Wallets erstellen zwei QR-Codes und drucken sie auf Papier. Ein QR-Code beinhaltet den Public Key, also die öffentliche Adresse um Bitcoins zu empfangen. Der zweite QR-Code ist der Privat Key für das Verwahren und Versenden von Bitcoins.

Ein großer Vorteil einer Paper-Wallet ist der, dass die privaten Schlüssel kein Ziel von Cyberattacken werden können. Ein Nachteil ist, dass ein Stück Papier schnell verloren geht.

Tipps für mehr Sicherheit bei Wallets

Wie beim Aufbewahren von realem Geld, gibt es auch bei Kryptowährungen keine absolute Gewissheit. Jedoch kann man mit Hilfe einiger Tipps ein sehr hohes Maß an Sicherheit schaffen:

  • Es sollten immer mehrere Wallets miteinander kombiniert Z.B. eine Hardware-Wallet für das Aufbewahren von größeren Beträgen und eine Online-Wallet für den täglichen Zahlungsverkehr.
  • Bei Software-Wallets immer eine Sicherungskopie erstellen, denn ist das Gerät defekt, sind auch die Bitcoins unwiderruflich verloren.
  • Hardware-Wallets an einem sehr sicheren Ort aufbewahren, denn der Verlust der Hardware bedeutet den Verlust der Bitcoins.
  • Paper-Wallets so aufbewahren, dass sie keinen Umwelteinflüssen wie Wasser, Feuer oder UV-Strahlung ausgesetzt sind. Zusätzlich auch immer eine Kopie erstellen.
  • Passwort oder Passphrase nach den empfohlenen Sicherheitsregeln wählen und darauf achten, dass sie so angelegt sind, dass man es nie vergisst.
  • Passwort, Passphrase oder Sicherungskopie gegebenenfalls einer uneingeschränkt vertrauenswürdigen Person zur Aufbewahrung geben, damit die Bitcoins nach Unglücksfällen nicht verloren gehen.
  • Verwendung einer Hybrid-Wallet wie einer Multisignatur-Wallet. Hierfür benötigt es zwei Keys, die bei zwei unterschiedlichen Personen liegen.
0%
0%
Awesome
  • User Ratings (1 Votes)
    10
Teilen.

Über den Autor

Hinterlasse einen Kommentar