Letzte Aktualisierung am 1. April 2018 um 18:06

Kryptowährung ist nicht gleich Kryptowährung. Auf technischer Ebene wird zwischen Token und Coins unterschieden. Coins entstehen mit dem Start einer neuen Blockchain, Tokens werden über Smart Contracts an Investoren im Rahmen eines Token Sales vergeben, welche irreführender Weise auch als Initial Coin Offering / ICO bezeichnet werden. Neben der technischen Einordnung hat sich in der Praxis eine Kategorisierung nach Verwendungszweck verbreitet. Die gängigsten Tokenmodelle werden im Folgenden näher erläutert. 

Kryptowährungen

In die Kategorie Kryptowährungen fallen Bitcoin, Litecoin, Dash, Monero, Ripple und viele Weitere. Diese Coins haben zunächst einmal keinen „inneren Wert“, ein Umstand der in Bankenkreisen nicht oft genug betont werden kann. Ihr Einsatzzweck ist der Zahlungsverkehr. Ob alltägliche Beschaffungen wie der Kauf eines Kaffees, oder internationale Überweisungen in Millionenhöhe, lassen sich mit Hilfe von Kryptowährungen durchführen. Untereinander unterscheiden sich die Vertreter in Ausführungsgeschwindigkeit, Höhe der Gebühren, maximale Anzahl an Transaktionen etc., so das sich in der Realität nicht jeder Coin gleich gut für Zahlungen eignet. Der Preis bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage. Die meisten Vertreter sind zu dem in der Menge begrenzt, so dass sie ein deflationäres Gut in einer inflationären Welt darstellen, was den Preis zusätzlich treibt.

Insider Seminar Bitcoin & Co. – Mannheim • München • Berlin

Security Token

Security Tokens sind eine Art digitales Wertpapier (englisch Security). Es gibt sie in unterschiedlichen Ausprägungen, unter anderem als Unternehmensanteile / Aktien, Darlehen oder Anleihen. Für diese Tokenklasse sind in fast allen Ländern die von Regulierungsbehörden aufgestellten Hürden sehr hoch. In Deutschland geht die BaFin dabei sehr pragmatisch vor. Sie bewertet Security Tokens wie ihre analogen Vorbilder. Dadurch greifen alle Vorschriften zum Anlegerschutz, wie z.B. eine Prospektpflicht. Das macht die Ausgabe eines Security Token im Vergleich zu einem Utility Token sehr teuer.

Die US-Börsenaufsicht prüft mit Hilfe des sogenannten Howey Test, ob ein Tokenmodell als Security eingestuft werden muss. Vereinfacht gesagt wird beim Howey Test geprüft, ob der Wert eines Investments von der Arbeit des Empfängers abhängt. Im Falle eines ICOs wird also geprüft, ob der Wert des Tokens vom finanziellen Erfolg des Unternehmens abhängt, in das investiert wurde.

Utility Token

Mit einem Utility Token wird versucht einer Klassifizierung als Security zu entgehen. Im weiteren Sinne berechtigt ein Utility Token eine bestimmte Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Bekanntes Beispiel ist Ethereum. Mit Ether wird die Ausführung eines Smart Contracts bezahlt. Zwar hängt der Wert eines Ether auch von der erfolgreichen Weiterentwicklung von Ethereum ab, jedoch bestimmt sich der Preis durch Angebot und Nachfrage, welche nicht durch Ethereum kontrolliert wird.

Utility Tokens sind das beliebteste Tokenmodell für einen ICO. Man kann viel Geld einsammeln, ohne Firmenanteile abzugeben oder Auflagen von Regulierungsbehörden erfüllen zu müssen. Jedoch sollte man genau prüfen was Sinn und Zweck des Tokens ist. Im schlimmsten Fall ist der ausgegebene Token wertlos. Darauf mach auch das Projekt Useless Ethereum Token aufmerksam. Im Rahmen eines ICOs wurde ein Token ohne jeden Nutzen ausgegeben. Dennoch wurden mehr als 310 Ether eingesammelt!

Membership Token oder Access Token

Membership Token oder Access Tokens sind eine Art Clubmitgliedschaft in der Tokenwelt. Durch den Besitz des Tokens erhält man ein bestimmtes Privileg. Nimmt man dieses Privileg in Anspruch, wird der Token nicht verbraucht. Ein Beispiel ist Iconiq Lab. Iconiq Lab unterstützt Startups bei einem ICO. Hält man 5% aller ICNQ Token, kann man bis zu 5% der ausgegeben Tokens der Startups mit einem Rabatt kaufen.

 

Teilen.

Über den Autor

Ich bin seit 2012 in der Kryptoszene aktiv, die damals eigentlich nur aus Bitcoin bestand. Von Anfang an faszinierte mich die Blockchain-Technologie und die daraus entstehenden Möglichkeiten. Ich teilte mein erworbenes Wissen auf Vorträgen und in diversen Publikationen. Mittlerweile entwickelt sich das Ecosystem so rasant, dass ein Portal der nächste logische Schritt ist, um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. So ist TheCoinscout entstanden. Hier möchten mein Team und ich Grundlagen vermitteln, aber auch aktuelle Entwicklungen analysieren. Du willst mehr erfahren? Hinterlasse einen Kommentar oder schreibe uns eine Nachricht!

Hinterlasse einen Kommentar