Letzte Aktualisierung am 30. März 2018 um 18:10

Die Begriffe Coin und Token werden umgangssprachlich oft synonym verwendet. Bei genauer Betrachtung haben beide jedoch nicht viel miteinander zu tun. Dabei ist der Unterschied zwischen Coin und Token nicht nur rein akademischer Natur. Er hat auch Einfluss auf den Wert des Coins, bzw. eines Tokens.

Was sind Coins?

Wird eine neue Blockchain entwickelt, wird mit dieser meist eine eigene Kryptowährung erschaffen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Coins. Coins werden durch Transaktionen übertragen. Wurde eine Transaktion in einem Block festgeschrieben, ist die Übertragung abgeschlossen. Der Coin als zu übertragender Wertgegenstand und die zu Grunde liegende Blockchain sind also untrennbar miteinander verbunden. Coins sind darüber hinaus für den Betrieb einer öffentlichen und dezentralen Blockchain notwendig. Mit ihm werden die Validatoren entlohnt, die z.B. durch Mining Transaktionen bestätigen. Da in einer öffentlichen Blockchain jeder minen darf, muss sich Mining lohnen. Nur so entstehet eine Konkurrenzsituation, bei der niemand die alleinige Kontrolle über das Netzwerk erlangt. Spieltheoretisch gesprochen ist der Nutzen für faire Teilnehmer höher, als für solche die versuchen zu Manipulieren. Mehr Informationen über die Rolle von Coins im Artikel Funktionsweise von Blockchains.

Was sind Tokens?

Für die Erschaffung eines Token hingegen muss keine eigene Blockchain entwickelt werden. Der Token wird auf einer bereits bestehenden Plattform generiert. Ethereum hat dafür den Token „ERC-20 Standard“ erschaffen, weitere Beispiele sind NXT, Neo und Waves. Mit diesem können Tokens mit Hilfe von Smart Contracts ausgegeben werden. Im Rahmen eines ICOs können Ether auf diesen Smart Contract eingezahlt werden. Die neuen Tokens werden dann anteilig den Investoren zugeteilt. Wie funktioniert ein ICO?

Was ist ein Coin Wert?

Der Wert eines Coins bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage. Die Angebotssituation wird unter anderem vom Verteilungsschema des Coins bestimmt. Bei Bitcoin wurden z.B. zu Beginn 50 Bitcoins für einen gefundenen Block ausgeschüttet. Dieser Wert wird alle vier Jahre halbiert, zur Zeit werden noch 12,5 Bitcoins ausgezahlt. Das sind die Coins die regelmäßig in das System fließen, mit ihnen Zahlen Miner die Kosten für das Mining (Strom, Hardware, etc.). Bitcoin wurde als Zahlungsmittel konzipiert, theoretisch müsste die Nachfrage steigen, je mehr Waren und Dienstleistungen damit bezahlt werden können. Jedoch ist Bitcoin auch ein Spekulationsobjekt. Investoren kaufen Coins und halten sie, verknappen dadurch das Angebot. Diese nicht vollständige Aufzählung soll die komplexe Preisbildung durch Angebot und Nachfrage verdeutlichen.

Noch schwieriger wird es, wenn man Coins betrachtet, die nicht nur ein reines Zahlungsmittel sind. Der Coin „Ether“ wir von Ethereum für die Ausführung von Smart Contracts verwendet. Viele Smart Contracts konkurrieren um die Ausführung, deswegen bekommt Ether einen zusätzlichen Wert. Wie hoch der genau ist lässt sich aber nur schwer ermitteln. Es ist noch nicht wirklich klar, welchen Nutzen Smart Contracts im Allgemeinen und Ethereum im Speziellen zukünftig haben werden. Die Konzepte klingen schlüssig, Stand heute ist die Ausführungsgeschwindigkeit und Zuverlässigkeit aber nur für prototypische Anwendungen ausreichend. Den Kurs beflügelt die Vision dennoch: Bei der Ausgabe im Juli 2015 lag der Wert eines Ethers unter einem Dollar. Derzeit (Stand Nov. 2017) beträgt der Wert ca. 579 Dollar.

Was ist ein Token wert?

Das lässt sich bei einem Token nicht pauschal beantworten und wird vom Projekt festgelegt. Ein Token kann z.B. eine Art Mitgliedschaft erworben werden, mit der man Zugriff auf exklusive Informationen bekommt. Häufig werden auch Beteiligungen an Umsätzen oder Gewinnen angeboten. Denkbar sind auch Unternehmensanteile oder ein Guthaben für die Inanspruchnahmen (i.d.R. noch zu entwickelnder) Leistungen. Die Preisfindung erfolgt hier ebenfalls über Angebot und Nachfrage. Für einen konkreten Anwendungsfall ist eine Abschätzung der Angebots- und Nachfragesituation aber etwas einfacher. Zunächst muss bewertet werden, wie wahrscheinliche eine erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens ist. Anschließend wird das Marktpotential abgeschätzt. Schließlich muss geprüft werden, wie sehr man mit dem gewählten Tokenmodell am Erfolg beteiligt wird.

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Über den Autor

Ich bin seit 2012 in der Kryptoszene aktiv, die damals eigentlich nur aus Bitcoin bestand. Von Anfang an faszinierte mich die Blockchain-Technologie und die daraus entstehenden Möglichkeiten. Ich teilte mein erworbenes Wissen auf Vorträgen und in diversen Publikationen. Mittlerweile entwickelt sich das Ecosystem so rasant, dass ein Portal der nächste logische Schritt ist, um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. So ist TheCoinscout entstanden. Hier möchten mein Team und ich Grundlagen vermitteln, aber auch aktuelle Entwicklungen analysieren. Du willst mehr erfahren? Hinterlasse einen Kommentar oder schreibe uns eine Nachricht!

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