Letzte Aktualisierung am 30. März 2018 um 18:09

Die junge Kryptobörse gate.io beschränkt sich auf das Wesentliche und bietet Anfängern ein übersichtliches Design und die meisten der bekannten sowie auch kleinere Coins zum Handel an. Zwar lassen sich nur Kryptowährungen untereinander handeln, dafür werden neue Alt-Coins schnell aufgenommen und gratis eine Wallet angeboten. Eine Analyse von TheCoinscout. 

Das Wichtigste auf einen Blick

Erst 2017 ging gate.io online und ist damit die jüngste unter den bekannten Kryptobörsen, verfügt allerdings bereits über eine Kapitalisierung von rund 100 Millionen US-Dollar. Betrieben wird die Börse von der Gate Technology Inc., die ihren Sitz in Virginia/USA haben. Über die Firma selbst ist nur wenig bekannt, allerdings ist das User Agreement auf gate.io recht aufschlussreich. So ist die Börse nicht reguliert und operiert nicht unter der BitLicense wie zum Beispiel Coinbase. Trotz der Tatsache, dass gate.io seinen Sitz in den USA hat, ist es nicht erlaubt gate.io in den USA zu nutzen. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass laut User Agreement die Gesetze der Cayman Islands Anwendung finden – ein Land, das unter anderem für sein starkes Bankgeheimnis bekannt ist. Nutzer, die eine langfristige Investition in Kryptowährungen planen, sollten darauf achten, dass sämtliche Guthaben von gate.io eingezogen und gespendet werden, wenn man sich länger als zwei Jahre nicht in seinen Account einloggt.

Für den Handel auf gate.io stehen alle wichtigen Grundfunktionen zur Verfügung, auf Hebel und Ähnliches muss man allerdings verzichten. Allerdings gibt es kein Einzahlungsminimum und die Abbuchungslimits mit Werten von 20 BTC pro Tag sind großzügig berechnet.

Diese Währungen bietet gate.io zum Handel an

Auf gate.io können über 100 verschiedene Kryptowährungen gehandelt werden, die mit Bitcoin, Ethereum, Tether und Qtum gekauft werden können. Da es sich um eine reine Krypto-zu-Krypto-Börse handelt, können Fiat-Währungen wie Euro oder US-Dollar nicht verwendet werden. Allerdings ist der Preis von Tether 1:1 an den des US-Dollar gekoppelt, was den Einkauf von Kryptowährungen für Anfänger erleichtern soll. Dass gate.io einen Markt für Tether hat ist allerdings nicht besonders ungewöhnlich – auf anderen, größeren Börsen wie Poloniex und Bittrex lassen sich ebenfalls USDT handeln.

So benutzerfreundlich ist gate.io

Die Benutzeroberfläche der Seite ist sauber und übersichtlich gestaltet, steht allerdings nur auf Englisch, Chinesisch und Koreanisch zur Verfügung. Gate.io bietet mit aktuellen Charts, einem funktionalen Order Book und der Handelsübersicht alle Funktionen, die für eine Kryptobörse wesentlich sind. Auch die kostenlose Wallet und die Smartphone-Apps für Android und iOS funktionieren problemlos.

Ein Problem schränkt die Nutzerfreundlichkeit von gate.io allerdings stark ein: Auf der Seite selbst werden kaum Informationen zur Börse zur Verfügung gestellt. So ist die Gebührenübersicht für die einzelnen Coins de facto nicht vorhanden und auch nach einer F.A.Q. sucht man vergebens. Fortgeschrittene Nutzer dürften erweiterte Handelsmöglichkeiten wie Hebel fehlen, denn neben den grundlegenden Optionen gibt es keine Art von Expertenmodus oder Ähnlichem.

So berechnet gate.io die Gebühren 

Gate.io wirbt damit, besonders geringe Gebühren zu erheben. So kosten Einzahlungen auf den eigenen Account nichts und für Transaktionen und Abbuchungen werden häufig Rabatte angeboten. Diese Rabatte orientieren sich zum Teil an der Tier-Stufe, die man als Händler hat. Eine höhere Stufe erreicht man aber nicht durch weitergehende KYC-Verfahren, wie bei den meisten Kryptobörsen. Vielmehr hängt sie davon ab, wie hoch das eigene Handelsvolumen der letzten 30 Tage war. Dies ist ähnlich zu dem Bewertungssystem bei der Bitcoin.de-Börse. Hier erhält man höhere Limits je mehr Transaktionen mit positiven Bewertungen man durchgeführt hat

Schaut man ins Detail, sind die Gebühren jedoch ähnlich zu denen anderer Börsen. So werden für jede Transaktion 0,2% Gebühren erhoben. Damit sind konkurrierende Börsen wie Binance, die auch nur den Handel mit Kryptowährungen anbieten, deutlich günstiger. Jedoch sind die Gebühren ähnlich gelagert wie bei Bittrex oder Bitfinex und wesentlich günstiger als Kraken oder Coinbase.

Bei Abbuchungen kommen weitere Abgaben hinzu, die aber abhängig von der jeweiligen Währung und der Menge der Coins abhängen. Das Problem dabei: Nirgendwo auf der Seite kann eingesehen werden, wie hoch diese Abgaben sind. So berichten manche Nutzer darüber, dass sie überraschend hohe Gebühren zahlen mussten, ohne vorher informiert worden zu sein.

Wie sicher ist gate.io?

Laut eigener Beschreibung legt gate.io besonderen Wert auf die Sicherheit der Seite und der Nutzer. Was die technischen Aspekte angeht, liegt die Börse im Standardrahmen: Es gibt eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung und die Einlagen sind in einem Cold Storage gesichert. Um schnellere Transaktionen zu ermöglichen, wird dazu eine Hot Wallet verwendet. Dadurch ist die Sendeadresse eines Nutzers nicht die gleiche wie die Depot-Adresse. Auch sind zwei Passwörter notwendig: Eines für den Account auf gate.io sowie eines für den eigentlichen Handel und Abbuchungen.

Die Seite wurde bisher noch nicht zum Opfer eines Hackerangriffs. Allerdings ist die Börse noch sehr jung und es gibt nur wenige Nutzerbewertungen, weshalb das bisher nur wenig Aussagekraft hat.

Wenn es um die Sicherheit geht, ist auch hier ein Blick in das User Agreement interessant: Dort steht nämlich auch, dass gate.io keinerlei Haftung für die Coins von Nutzern übernimmt, sollte die Seite Opfer irgendeiner Form von Angriff werden.

Wie die Registrierung eines Kontos funktioniert

Um sich einen Account auf gate.io einzurichten, muss man sich zunächst mit einer E-Mailadresse, einem Nutzernamen sowie einem Passwort für den Login registrieren. Schließlich muss die Zwei-Faktoren-Authentifizierung aktiviert werden und ein Verifikationscode, den man per SMS erhält, eingegeben werden.

Wichtig ist zu beachten, dass jeder Nutzer letztlich zwei Passwörter einrichten muss: Eines für den Login und ein sogenanntes „Fund password“. Dieses muss immer angegeben werden, will man eine Transaktion starten. Beide Passwörter müssen komplett unterschiedlich sein, das heißt dass sie nicht nur durch wenige Zeichen voneinander unterscheiden dürfen.

Wie gut ist der Kundenservice?

Der Kundenservice von gate.io ist nur per E-Mail und nur in englischer Sprache verfügbar. In den wenigen Kundenbewertungen, die es gibt, gibt es einige Beschwerden über eine sehr langsame Bearbeitung von Tickets auf. Durch viele neue Nutzer, die seit Mitte 2017 auf dem Kryptowährungsmarkt handeln, ist das allerdings momentan ein weit verbreitetes Problem von Kryptobörsen.

Die Vorteile auf einen Blick

Auf gate.io lässt sich eine große Anzahl an Kryptowährungen auf einer übersichtlichen Plattform handeln. Die Sicherheitsmaßnahmen auf der Seite entsprechen den aktuellen Standards und auch die angebotenen Smartphone-Apps funktionieren problemlos.

Nachteile und bekannte Probleme

Für deutschsprachige Nutzer ist der größte Nachteil sicherlich, dass die Seite sowie der Kundenservice lediglich in englischer und chinesischer Sprache zur Verfügung stehen. Auch muss man zunächst Bitcoin, Tether, Ethereum oder Qtum auf einer anderen Börse kaufen, um auf gate.io handeln zu können. Fortgeschrittenen Nutzern dürften erweiterte Handelsmöglichkeiten wie Hebel fehlen. Auf der Seite lassen sich auch kaum Informationen über Gebühren für die einzelnen Coins oder die Gate Technology Inc. finden.

Fragwürdig sind ebenso einige der angesprochenen Punkte im User Agreement, dem jeder Nutzer mit der Verwendung von gate.io zustimmt. Auch sollten Nutzer beachten, dass es sich um eine unregulierte Börse handelt und keinerlei Haftung für Einlagen übernommen wird, die auf der gratis angebotenen gate.io-Wallet hinterlegt sind.

Weitere Fragen zur Anmeldung oder Nutzung von Gate.io? Einfach einen Kommentar hinterlassen und wir helfen gerne weiter!

Hier gehts zur Schritt für Schritt Anleitung zur Registrierung bei Gate.io: Anmeldung bei Gate.io – Schritt für Schritt

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Über den Autor

Seit Jahren faszinieren mich Finanzmärkte. Leider hatte ich nie einen Zugang dazu und mir fehlte jemand, der mir zeigt, wie ich planbar damit Geld verdiene. Ich habe in Konzernen, der Politik und Start-Ups gearbeitet und habe viel gelernt, wie Unternehmen Geschäfte machen. Allerdings konnte ich dieses Wissen nicht für mich nutzen. 2014 bin ich auf eine Bitcoin-Konferenz gegangen und habe in Bitcoin investiert. Obwohl nun Bitcoin in aller Munde war, fand ich es krass, wie wenig meine Freunde und Bekannte über Kryptowährungen und die Blockchain wussten. Das wollte ich ändern und daraus ist TheCoinscout entstanden. Du willst mehr erfahren? Hinterlasse einen Kommentar oder schreibe uns eine Nachricht!

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