Letzte Aktualisierung am 30. Juli 2019 um 11:53

Die Österreichische Post hat im Juni 2019 mit den Crypto Stamps die ersten Blockchain-basierten Briefmarken herausgegeben. Es handelt sich hierbei um eine Sondermarke im Wert von 6,90€, die für den Versand von Paketen verwendet werden kann. Die Auflage betrug 150.000 Stück und war innerhalb von 10 Tagen ausverkauft. 

Die Marke hat das Format einer Scheckkarte und wird mit einem Einhorn geschmückt, dem Maskottchen von Ethereum. Die Marke besteht aus zwei Teilen: der eigentlichen Marke die bei Verwendung auf ein Paket geklebt werden muss und einem Seed für ein Wallet, über das auf den zugehörigen Token zugegriffen werden kann.

Der Besitzer des Token kann einmalig einer Versandadresse für die physische Briefmarke spezifizieren.

Kauf einer Crypto Stamp on-chain.

149.500 dieser Marken wurden über die Filialen der Österreichischen Post verkauft. Lediglich 500 wurden online und on-chain angeboten, so dass nach der Bezahlung mit Ether der entsprechende Non-Fungible Token in den Besitz des Käufers übergeht. Der Besitz dieses Tokens ermöglicht es einmalig eine Adresse einzugeben, an die die Marke versendet wird. Laut Website kann dies zwei bis drei Wochen dauern, besonders praktisch ist die Marke also nicht, für Sammler aber offenbar dennoch attraktiv: Bei den letzten hundert Marken wurde der Preis nach jedem Verkauf um 8% erhöht. Zur Zeit sind noch 39 Marken verfügbar, die letzte Marke wurde für 641,82 € verkauft, fast 100x mehr als der tatsächliche Wert der Paketmarke. Die letzte verfügbare Marke wird 13.012,99 € kosten. Ursprünglich sollte der Preis um 10%  ansteigen, was den Preis der letzten Marke auf 78.583 € erhöht hätte. Das erschien wohl etwas hoch, kurz vor dem Start wurde die Teuerungsrate auf 8% reduziert

Die Marken existiert in fünf verschiedenen Farben, die unterschiedlich häufig in der Edition enthalten sind. Am Häufigsten ist die Farbe Schwarz vertreten, insgesamt existieren 78.500 schwarze Marken, die rote Marke ist mit 1.500 Exemplaren die Seltenste. Beim Kauf ist nicht ersichtlich, welche Farbe eine Marke hat. Das soll den Anreiz für Sammler erhöhen. Das Kalkül scheint aufzugehen, die auf dem Marktplatz OpenSea werden die Marken zum Teil mit erheblichen Preisaufschlägen angeboten. Für den Versand von Paketen wurden bisher nur knapp 700 Marken verwendet.

Die Crypto stamps existieren in fünf verschiedenen Farben.

Farbe Anzahl
Schwarz 78.500
Grün 40.000
Blau 20.000
Gelb 10.000
Rot 1.500

Technische Umsetzung der Crypto Stamps

Wallet Seed im oberen Bereich.

Die Marken werden durch ERC-721 Non-fungible Token auf der Ethereum Blockchain repräsentiert. Auf der Marke ist die Seed Phrase für ein Wallet, sowie die Adresse des Token Contracts gedruckt. Diese müssen ähnlich wie bei einem Rubbellos freigerubbelt werden.

Um einen Token auf ein anderes Wallet transferieren zu können, wird Ether für die Ausführung der Transaktion benötigt. Deswegen sind in jedem Wallet 0.00166 ETH enthalten, was für den Transfer an einen neuen Besitzer ausreichend sein sollte. In der Stelle sei darauf hingewiesen, dass ein solcher Transfer eigentlich nur für on-chain erworbene Marken Sinn macht, da bei in den Filialen verkauften Crypto Stamps der „Analoge Zwilling“ bereits im Umlauf ist.

Fazit

Die Crypto Stamps zeigen eindrucksvoll einen spannenden Anwendungsfall für Tokenisierung. Erstaunlich ist wie schnell die Auflage verkauft wurde, denkt man an Briefmarken nicht unbedingt zuerst an Technik-affine Sammler. Auch wenn die Tokenisierung der physisch verkauften Marken in den Postfilialen eigentlich keinen Sinn macht, wird Blockchain-Technologie so einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Eine Errungenschaft, die bisher nur die allerwenigsten Blockchain-Projekte für sich beanspruchen können.

 

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Über den Autor

Ich bin seit 2012 in der Kryptoszene aktiv, die damals eigentlich nur aus Bitcoin bestand. Von Anfang an faszinierte mich die Blockchain-Technologie und die daraus entstehenden Möglichkeiten. Ich teilte mein erworbenes Wissen auf Vorträgen und in diversen Publikationen. Mittlerweile entwickelt sich das Ecosystem so rasant, dass ein Portal der nächste logische Schritt ist, um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. So ist TheCoinscout entstanden. Hier möchten mein Team und ich Grundlagen vermitteln, aber auch aktuelle Entwicklungen analysieren. Du willst mehr erfahren? Hinterlasse einen Kommentar oder schreibe uns eine Nachricht!

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