Stellar Lumens ist einer der Pioniere im Bereich Kryptowährungen. Jed Caleb entwickelte die Währung nachdem er Ripple (XRP), das er mitgründete, im Jahr 2014 verließ. McCaleb verfolgt mit Stellar das Ziel, es Menschen aus Entwicklungsländern zu ermöglichen, am internationalen Zahlungsverkehr teilzunehmen. Bisher sind zwischen selteneren Währungen Mittelspersonen notwendig, die hohe Gebühren für Transaktionen verlangen. Über das Stellar-Netzwerk sind grenzüberschreitende Zahlungen einfacher, schneller und so gut wie gebührenfrei.

Alleinstellungsmerkmale von XLM

Zunächst wurde Stellar Lumens als Abspaltung von Ripple entwickelt. 2015 kam es dann zu einem Update des Systems. Seitdem basiert Stellar auf einem neuen Open-Source Code und verwendet einen eigenen Algorithmus zur Validierung von Transaktionen. Ripple richtet sich mit seinem neuen Überweisungssystem primär an Banken und andere Finanzinstitutionen. Stellar hingegen fokussiert sich auf Einzelpersonen, die keinen Zugang zu Finanzmärkten Märkten haben und über kein Bankkonto verfügen. Diese Personen werden als die „unbanked“ bezeichnet. Wollen nämlich zwei Personen, die in unterschiedlichen Währungsräumen leben, miteinander handeln, müssen sich beide Währungen einen direkten Markt teilen. Sonst müssen die Parteien auf Mittelspersonen zurückgreifen. Lumens dienen hier als Brücke, indem zwischen XLM und der jeweiligen Währung gehandelt wird. Stellar hat damit eine komplett dezentralisierte Blockchain geschaffen. Diese benötigt keine Intermediäre wie Banken und Kryptobörsen. Nutzer können im Stellar-Netzwerk selbst digitale Token erstellen, sowohl in Krypto-, als auch Fiatwährungen. Die Fiatgelder, also konventionelle Währungen wie Euro, Dollar oder Pfund, lassen sich dann direkt über das System von XLM überweisen. Daher ist die Stellar-Technologie für reale Anwendungen sehr interessant. Da es keine teuren Zwischenhändler gibt, welche die jeweiligen Währungen wechseln, fallen geringere Kosten für die Nutzer an. 

Warum Stellar Lumens – welche Probleme löst der Coin?

Der Hauptgedanke hinter Stellar Lumens ist nach eigenen Angaben die Bekämpfung von Armut. Die „Unbanked“, also Menschen ohne Bankkonto, sollen an den Finanzmärkten auch ohne Bankverbindung teilnehmen können. Dementsprechend soll die Kryptowährung Lumens zunächst nur formale Probleme lösen, die mit dem für günstige und effektive Überweisungen ausgelegten System hinter der Währung einhergehen:

  1. Indem pro Transaktion Kosten in Höhe von 0,0001 XLM fällig werden, sollen Spam-Attacken verhindert werden und so das System stabil bleiben. Die Gebühren werden nicht verbrannt, sondern mit der wöchentlichen XLM-Ausschüttung neu verteilt.
  2. Lumens dienen als eine Art Brücke zwischen Währungspaaren, die man nicht in einem direkten Markt handeln kann. Ähnlich wie die Werte bei PayPal dient die Währung so als „Sicherheits-Token“ für die gehandelten Werte.

So ist ein neues Überweisungssystem entstanden, das sich aber im Gegensatz zu Ripple nicht an Banken, sondern an einzelne Händler und Privatpersonen richtet. Im Gegensatz zu beispielsweise Bitcoin ist eine Transaktion bei Stellar Lumens bereits innerhalb von zwei bis fünf Sekunden abgeschlossen. Mit rund 1.000 Transaktionen pro Sekunde liegt die Kryptowährung vor Konkurrenten wie Bitcoin oder IOTA.

Sichere Verwahrung der digitalen Währung

Stellar selbst stellt keine eigene Wallet zur Verfügung, wie etwa Cardano (ADA) oder NEM (XEM). Allerdings finden sich auf der Homepage der Stellar Development Foundation eine Reihe von vorgeschlagenen Wallets, die von den Entwicklern empfohlen werden. Allerdings sollten hier Bewertungen zu den einzelnen Wallets vor der Installation eingeholt werden. Nutzer berichten oftmals von mangelnden Funktionen oder gesperrten Wallets. Daher sollten vorher Bewertungen zum geplanten Wallet gelesen werden.

Das Stellar Lumens-Team

Gestartet wurde Stellar Lumens von Jed McCaleb, der bereits zuvor an sehr bekannten Projekten im Bereich Peer-to-peer Netzwerke und Kryptographie arbeitete. Er hatte sich bereits im Jahr 2000 als Programmierer der File Sharing-Plattform eDonkey hervorgetan. Auch in der Welt der Kryptowährungen ist er ein wichtiger Name: Er gründete die einst größte Kryptobörse Mt.Gox und war einer der Spitzenprogrammierer hinter Ripple. Gemeinsam mit dem Computerwissenschaftler Prof. David Mazières leitet er die Entwicklung von Stellar Lumens. Hinter dem gesamten Projekt steht die Stellar Development Foundation, die 2014 im US-amerikanischen Bundesstaat Delaware gegründet wurde. Das Team besteht mittlerweile aus rund 25 Personen. Diese betreiben das Netzwerk und verwalten die Stiftung. Dazu gehört auch die Stellar Build Challenge. Freiwillige Programmierer und Entwickler, die zu Stellar beitragen, erhalten dabei Lumens.

Die Technologie hinter XLM

Pro Überweisung ist ein kleiner Betrag in XLM notwendig. Bei XRP wird dieser Betrag verbrannt, während Stelalr die Coins wieder in das System einspeist. Diese „Sicherheit-Tokens“ sollen Spam-Attacken verhindern, sind aber günstig genug, um ärmeren Teilen der Bevölkerung die Nutzung zu ermöglichen. Bei Stellar Lumens handelt es sich um eine inflationäre Währung. Das heißt konkret, dass die Menge an XLM jedes Jahr um 1% erhöht wird. Die so neu geschaffenen XLM werden gemeinsam mit den Kosten für frühere Transaktionen an Nutzer ausgeschüttet. Dabei folgt Stellar Lumens einem wöchentlichen Wahlmechanismus: Jeder Nutzer kann einen anderen Account wählen, an den Teile der Ausschüttung überwiesen werden sollen – jeder Account, der über 0,05% der Stimmen bekommt, erhält einen Teil der zu verteilenden XLM.

Im Gegensatz zu Bitcoin und anderen bekannten Kryptowährungen, setzt Stellar Lumens weder auf ein Proof-of-Stake-Verfahren noch auf ein Proof-of-Work-Verfahren. Ähnlich wie Ripple verwendet XLM ein Byzantinisches Konsensusverfahren, das jedoch an die Bedürfnisse des Stellar-Netzwerkes angepasst wurde. Die Entwickler bezeichnet das Protokoll als  „Stellar Consensus Protocol“ (SCP). Dadurch können alle Transaktionen offen einsehbar abgespeichert und validiert werden, ohne dass die Sicherheit vernachlässigt wird oder leistungsstarke Computer notwendig sind. Das sogenannte Hauptbuch („ledger“), in dem alle Accounts und Transaktionen vermerkt sind, ist dabei auf jedem teilnehmenden Server gespeichert, wodurch es sich weiterhin um ein dezentrales Netzwerk handelt, und wird mittels SCP sicher validiert. Da jeder Teilnehmer des Netzwerks als Server fungiert, kann zum einen jeder einen Server im Stellar-Netzwerk betreiben. Zum anderen wird das Netzwerk umso robuster, umso mehr Privatpersonen und auch Unternehmen daran teilnehmen.

Die Netzwerktechnologie hinter Stellar ist kostenlos und für jeden frei zugänglich. Man braucht zwar nicht zwingend XLM, um Transaktionen durchzuführen, nimmt dann aber auch nicht am internationalen System von Stellar teil. Will man aber am freigeschalteten Live-Netzwerk teilnehmen, benötigt man Lumen. Die notwendige Menge ist allerdings sehr gering: Im Jahr 2016 genügte 1 XLM für 100,000 Transaktionen, was auch in Anbetracht des Preises für Lumens Anfang 2018 ca. 0,60 Euro entsprach..

Statistiken

  • Start: 2014
  • Summe der Coins:     
    103,570,548,975 XLM sind insgesamt verfügbar
    17,877,241,352 XLM sind bereits ausgeschüttet worden
  • Transaktionszahl/-zeit: Rund 1,000 Transaktionen pro Sekunde. Eine Transaktion benötigt 2-5 Sekunden
  • Algorithmus: Stellar Consensus Protocol, eine Form des Byzantinischen Konsensusverfahrens
  • Block time/reward: Es gibt keine klassische Blockchain und auch kein Mining

Emission: 1% neue XLM pro Jahr. Wöchentlich werden per Wahlverfahren XLM ausgeschüttet, die durch die Inflationsrate in Umlauf gebracht werden und aus den Überweisungsgebühren stammen. Die Stellar Development Foundation hält rund 5% aller XLM und verwendet die XLM nach eigenen Angaben für die weitere Entwicklung.

Entwicklung seit dem Initial Coin Offering (ICO)

Noch verhältnismäßig lange tat sich wenig an der Wertentwicklung von Stellar Lumens. Das änderte sich schlagartig, als IBM im Oktober 2017 eine Zusammenarbeit mit der Stellar Development Foundation ankündigte: Der Kurs stieg schlagartig um 130%. Im gesamten vierten Quartal 2017 stieg der Wert der Kryptowährung um 5,000%. Anfang 2018 entsprach der Wert von 1 XLM rund 0,58 Euro. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 13 Milliarden US-Dollar steht Stellar Anfang 2018 auf Platz neun der Top 10 Kryptowährungen.

Fazit und Ausblick

Im Gegensatz zu Ripple oder IOTA geht es den Entwicklern von Stellar nicht in erster Linie darum, ein Transaktionssystem für Unternehmen zu entwickeln, sondern allen einen möglichst günstigen Zugang zum Markt zu ermöglichen. Um Armut aktiv zu bekämpfen und auch den „Unbanked“ Zugang zu Finanzmärkten zu geben, muss man allerdings neben den bisherigen 12 Währungen noch weitere über das Stellar-Netzwerk handeln können – und das zu gleichen sehr niedrigen Kosten.

Die Stellar Development Foundation hat mit IBM einen starken strategischen Partner gewonnen. Mit dem Netzwerk wird so ein grenzübergreifendes Zahlungssystem entwickelt. Deshalb kam auch der Zahlungsspezialist KlickEx als Projektpartner an Bord. Gelingt diesen drei Partnern die Umsetzung eines internationalen Transaktionsnetzes, das sekundenschnell und günstig ist, wird Stellar Lumens weitere Preissteigerungen verzeichnen – die Währung dieses Systems ist schließlich XLM.

Die Tatsache, dass auf Dauer alle Lumens ausgeschüttet sind, die Verwendung notwendig für die Verwendung des Netzwerks ist und das Unternehmen nur rund 5% aller XLM hält, sprechen für eine weitere Wertsteigerung und Adoption der Technologie.

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