Kraken verbucht ein tägliches Handelsvolumen von 230 Millionen Euro, weshalb die Börse zu den weltweit zehn größten Börsen für den Handel mit Bitcoin und Kryptowährungen gehört. Die Börse wurde 2011 in San Francisco gegründet, dennoch hat Kraken die meisten Nutzer innerhalb Europas. Kraken hat daher eine europäische Niederlassung in London gegründet, die europäische Nutzer betreut. Eine Analyse von TheCoinscout.

Das Wichtigste der Börse auf einen Blick

Kraken gehört zu den günstigsten Anbietern im Markt. Die Gebühren für Handel, Einlage und Auszahlung sind geringer als bei den meisten anderen Börsen. Leider ist die Börse trotz eines kürzlichen Updates der Benutzeroberfläche weder einsteigerfreundlich noch intuitiv bedienbar. Zudem berichten Nutzer nach dem rapiden Anstieg der Nachfrage nach Kryptowährungen Ende 2017 vermehrt von Serverproblemen, Timeouts der Seite und Depotadressen, die mehrfach neu erstellt werden müssen. Der Handel direkt aus Charts ist bei Kraken nicht möglich.
Einlagen an der Kryptobörse können in Euro, Kanadischen Dollar und Yen kostenlos eingezahlt werden. Bei Einzahlungen in US-Dollar fallen zusätzliche Gebühren an.
Kraken bietet derzeit ausschließlich eine englische Menüführung an. Diese ist in der Einsteigeransicht zwar übersichtlich, jedoch muss man als Nutzer die relevanten englischen Begriffe kennen. Die Plattform ist für Neueinsteiger nicht selbsterklärend. Kraken bietet zwar Trading Guides an, jedoch nur in englischer Sprache.

Update der Benutzeroberfläche

Nachdem Kraken seine Benutzeroberfläche im März 2017 grundlegend überarbeitet hat, ist das Interface der Seite übersichtlicher gestaltet. Die neue Nutzeroberfläche bietet jetzt im Bereich „Ordermanagement“ verschiedene Ansichten für Einsteiger, Fortgeschrittene und Experten.
In der Einsteigeransicht werden detaillierte Optionen wie Ordertyp, Ausführungszeitpunkt der Order und Hebel nicht angezeigt. Dadurch bleibt die Oberfläche für Einsteiger übersichtlicher. Wechselt ein fortgeschrittener Trader die Ansicht, findet er alle notwendigen Eigenschaften für den professionellen Handel.

Diese Top 10 Währungspaare sind auf Kraken handelbar

Kraken beschränkt sich jedoch auf die meist gehandelten Kryptowährungen. Zum Handel von Währungen mit geringeren Volumina bzw. Marktkapitalisierung benötigt man Konten bei weiteren Börsen. Neu hinzukommende Währungen mit hoher Markkapitalisierung, wie zum Beispiel Bitcoin Cash, werden jedoch laufend in die Liste der Kraken-Börse aufgenommen.

Diese Kryptowährungen kann man auf der Börse handeln:

–        Bitcoin (BTC)

–        Bitcoin Cach (BCH)

–        Ethereum (ETH)

–        Monero (XMR)

–        Dash (DASH)

–        Litecoin (LTC)

–        Ripple (XRP)

–        Stellar/Lumens (XLM)

–        Ethereum Classic (ETC)

–        Augur tokens (REP)

–        Iconomi (ICN)

–        Melon (MLN)

–        Zcash (ZEC)

–        Dogecoin (XDG)

–        Tether (USDT)

–        Gnosis (GNO)

–        EOS (EOS)

 

Rechnet man die Währungspaare inklusive der Fiat-Währungen ein, können Nutzer auf Kraken 47 Währungspaare handeln.

So berechnet Kraken seine Börsen-Gebühren

Abhängig vom Transaktionsumfang bewegen sich die Transaktionsgebühren zwischen 0,12 und 0,26 Prozent. Kraken bietet eine Market-Maker-Option an, die es Nutzer erlaubt als Market-Maker aufzutreten und attraktivere Gebührenstrukturen für ihre Transaktionen zu bekommen. Im Durchschnitt belaufen sich die Transaktionsgebühren auf 0,20%.

Summe der platzierten Orders Gebühr für Maker Gebühr für Taker
weniger als USD 50,000 0.16% 0.26%
weniger als USD 100,000 0.14% 0.24%
weniger als USD 250,000 0.12% 0.22%
weniger als USD 500,000 0.10% 0.20%
weniger als USD 1,000,000 0.08% 0.18%
weniger als USD 2,500,000 0.06% 0.16%
weniger als USD 5,000,000 0.04% 0.14%
weniger als USD 10,000,000 0.02% 0.12%
mehr als USD 10,000,000 0.00% 0.10%

 

Wie sicher ist Kraken im Vergleich zu anderen Börsen

In der jüngsten Vergangenheit hatten Kraken-Nutzer mehrfach von verzögert platzierten Transaktions-Aufträgen und nicht durchgeführten Ein- und Auszahlungen berichtet. Nutzern wird daher empfohlen, sich vor Einzahlungen auf ihr Kraken-Depot online nach den aktuellen Nutzererfahrungen zu informieren.
Kraken arbeitet mit den gängigsten Sicherheitsprotokollen, wie der 2-Faktoren-Authentifizierung.

Die Börse ist ein sogenannter DMA-Broker (Direct-Market-Access-Broker) und ist in Europa durch die englische Börsenaufsicht (FCA) reguliert. Somit ist es rechtlich sehr umständlich, im Streitfall gegenüber einer englischen Limited-Gesellschaft Ansprüche geltend zu machen. Die Börse unterliegt als DMA-Broker nicht dem Einlagensicherungsfonds, das heißt, dass im Falle eines Ausfalls von Kraken auf dem Depot hinterlegte Gelder nicht abgesichert sind. 

Wie funktioniert die Registrierung eines Kontos an der Börse

Im ersten Schritt sind für eine Registrierung nur die E-Mail-Adresse, ein Nutzername und die allgemeinen Kontaktdaten notwendig. Jedoch hat Kraken strikte KYC/AML-Richtlinien (Identifikation/Anti-Geldwäschegesetz), weshalb zur Einzahlung von Fiat-Geldern wie Euro, US-Dollar oder Yen eine Stufe-2-Verifikation verlangt wird. Hier muss der Nutzer persönliche Daten wie Adresse und Geburtsdatum hinterlegen. Um höhere Beträge in Fiat-Währungen ein- und auszahlen zu können, muss unter anderem eine Ausweiskopie, eine Bestätigung des aktuellen Wohnsitzes (in Form einer Strom- oder Gasrechnung in etwa) und ein aktuelles, personalisiertes Foto mit Datumsvermerk an Kraken gesendet werden. Dieser Prozess kann mehrere Tage dauern, da Kraken oft Nachfragen zu den eingereichten Dokumenten hat.

Die Verifizierung erfolgt in einem mehrstufigen Prozess

Es existieren vier Verifizierungsstufen mit steigenden Anforderungen. Um eine Vollverifizierung, Stufe 4, durchzuführen und damit mehr als 25.000 Euro an Ein- und mehr als 50.000 EUR an Auszahlungen pro Tag tätigen zu können, muss ein gesondertes Support-Ticket beantragt werden. Die Auswahlkriterien für die Verifikation der Stufe 4 sind für den Nutzer nicht transparent und die Verifikation kann mehrere Wochen beanspruchen.

Wie funktioniert der Kraken-Kundenservice

Der Kundenservice wird von Kraken derzeit nur in Englisch und via E-Mail angeboten. Auf einen telefonischen Support können Nutzer nicht zurückgreifen. Eingereichte Tickets werden meist schnell bearbeitet und Verifikationen der Stufe 2 und 3 innerhalb weniger Tage vorgenommen.

Die Vorteile von Kraken

Kraken gehört zu den größten Börsen innerhalb Europas und zeichnet sich durch eine hohe Liquidität aus. Es gibt keine Mindesteinlage für Einsteiger und Kraken arbeitet in Deutschland mit der FIDOR-Bank zusammen, wodurch schnelle SEPA-Überweisungen möglich sind. Gelder werden im Normalfall innerhalb von 48 Stunden auf dem Kraken-Depot gutgeschrieben.

Zu den allgemeinen Funktionen gehören Kursalarme für alle WährungspaareScalping (Sekundenschnelles Kaufen und Verkaufen von Positionen), Margin Trading (Handel mit „geliehenem“ Kapital) und der Handel mit einem Hebel von 5:1 auf das eingesetzte Kapital. Kraken erlaubt zudem „positive Slippage“. Das bedeutet, dass der Kunde bei Kurssprüngen profitiert, wenn eine Order vom System zu einem späteren Zeitpunkt als gewünscht ausgeführt wird. Ist die Position in der Zwischenzeit gestiegen, erhält der Nutzer den Anstieg ausgezahlt.
Eine Nachschusspflicht gibt es bei Kraken nicht. Das heißt, dass selbst bei hohen Kursschwankungen der Nutzer mit seinem Konto nicht ins Minus geraten kann. Demnach besteht für den Nutzer keine Gefahr, einen möglicherweise entstandenen negativen Kontostand ausgleichen zu müssen.
Kraken erlaubt es Nutzern, simultan Kauf- und Verkaufspositionen auf die gleichen Währungspaare zu halten und damit Hedging zu betreiben.

Nachteile und bekannte Probleme der Börse

Die europäische Niederlassung hat ihren Sitz in London mit der Rechtsform einer Limited. Diese Rechtsform entspricht in etwa einer englischen GmbH, allerdings mit dem Unterschied, dass die Limited geringen Regulationen unterliegt und sich im Streitfall Ansprüche gegen eine solche Rechtsform im Ausland nur schwer geltend machen lassen.

Aufgrund der in 2017 stark angestiegenen Marktkapitalisierung von Kryptowährungen verzeichneten fast alle Börsen einen starken Nachfrageanstieg und höhere Handelsvolumina, wodurch bei Kraken die Berichte zu Serverausfällen stark anstiegen, Orders teilweise nicht platziert und gesetzte Limits nicht ausgeführt werden konnten. Eine automatisierte Wiederholung der Orderplatzierung, wenn die Order nicht sofort am Markt platziert werden konnte, bietet Kraken nicht an. Das kann dazu führen, dass ein Auftrag erst unterhalb der gewünschten Zielmarke ausgeführt werden kann und der Nutzer dadurch Verluste jenseits seiner gesetzten Grenze verzeichnen muss.

Vergeblich sucht man zudem die Funktion eines Stop-Loss oder Trailing Stops, wodurch Handelspositionen automatisch beim Unterschreiten eines bestimmten Kurswerts geschlossen werden. Der Nutzer muss also die Kurse selbst ständig im Auge behalten und rechtzeitig eine Verkaufsorder einstellen.

Auch Social Trading-Algorithmen sucht man bis dato vergeblich und der Nutzer kann die Strategien erfolgreicher Trader auf Kraken nicht automatisiert nachhandeln.

Durch den starken Anstieg der Nachfrage nach Kryptowährungen dauert die Nutzerverifikation überdurchschnittlich lange – es können Tage, teilweise Wochen vergehen bis ein Nutzerkonto auf eine höhere Verifikationsstufe gesetzt wird, obwohl alle Unterlagen vollständig eingereicht wurden. Insbesondere trifft dies auf die Verifikationsstufen 3 und 4 zu.

Bezüglich Stufe 3 wird oben das Gegenteil behauptet:  „Eingereichte Tickets werden meist schnell bearbeitet und Verifikationen der Stufe 2 und 3 innerhalb weniger Tage vorgenommen.“

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